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Wann darf ein Baum eigentlich gefällt werden

Wenn ein Baum zu groß geworden ist, so muss dieser nicht unbedingt gefällt werden. Ein Baumrückschnitt kann durchaus eine Alternative sein. Allerdings muss der Baumrückschnitt professionell durchgeführt werden, da der Baum ansonsten Schaden nehmen kann oder durch das Zurückschneiden noch stärker als zuvor austreibt. Der Baumrückschnitt bei alten großen Bäumen erfordert viel Erfahrung und sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden. Manchmal wird ein Baum aber einfach zu groß oder hat schon immer gestört. Wann das Abholzen erlaubt ist und wann nicht lässt sich nicht ohne weiteres beantworten.

Fest steht zunächst, dass Eingriffe wie „schonende Form- und Pflegeschnitte“ erlaubt sind. Wer seinen Baum also lediglich aus optischen Gründen zurechttrimmen möchte, muss aller Wahrscheinlichkeit nach keine Sanktionen fürchten.

Theoretisch ist das Fällen eines Baumes recht einfach. Praktisch muss man jedoch aufpassen, dass keine Personen und keine Gegenstände zu Schaden kommen. Das Fäll-Gebiet muss daher abgesichert und sichergestellt werden, dass keine Passanten in den Baum laufen können. Für Arbeiten mit der Motorsäge sind zudem die entsprechenden Kenntnisse notwendig. Bäume im Garten werden am besten zwischen November und Anfang Februar gefällt. Dann enthält das Holz weniger Wasser. Es trocknet schneller und kann früher als Brennholz verwendet werden. Ein Vorteil ist auch, dass dann die Laubbäume keine Blätter tragen und der Bewuchs um die Bäume oftmals zurückgeschnitten ist, was den Zugang und die Arbeiten erleichtert. Aber auch rechtlich sind einige Vorschriften zu beachten, wann bspw. Baumfällen verboten ist und worauf man achten sollte.

Wann ist Baumfällen verboten

Vom 1. März bis 30. September ist das Fällen von Bäumen in der Regel verboten. Dann schützt das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39) nistende Vögel. Wann darüber hinaus Bäume gefällt werden dürfen, regeln bestimmte Vorschriften. Diese können von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich sein. Gerade in Gegenden mit hoher Besiedlungsdichte stehen Bäume unter einem besonderen Schutz. Gehölze ab einer bestimmten Größe oder einem bestimmten Alter sind dann laut Baumschutzsatzungen zu erhalten. Baumbesitzer sollten sich daher zuerst immer bei der Gemeindeverwaltung erkundigen. Die ungenehmigte Beseitigung geschützter Bäum kann übrigens mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Als ungefähre Faustregel gilt der Schutz tendenziell für Laub- und Nadelbäume mit einem Stammumfang von etwa 60 bis 80 Zentimetern in 1 m Höhe gemessen.. Obstbäume seien ausgenommen. Ausnahmegenehmigungen für das Fällen werden aber zum Beispiel erteilt, wenn das Gehölz krank ist oder sie Baumaßnahmen im Wege stehen.

Bei Grenzbäumen droht Ärger

Manchmal kann es auch erforderlich sein, dass die Nachbarn vor der Fällung eines Gartenbaumes ihr Einverständnis geben müssen. Bei sogenannten Grenzbäumen ist das beispielsweise so. Steht ein Gehölz unmittelbar auf der Grundstücksgrenze, gehört es mehreren Eigentümern. Das Gleiche kann für Bäume in Gärten von Eigentumswohnungen gelten. Selbst wer ein Sondernutzungsrecht für einen bestimmten Gartenanteil hat, sollte sich hier mit dem Absägen eines Baumes zurückhalten. Auf der Eigentümerversammlung muss dies in der Regel erst von der Mehrheit der Miteigentümer beschlossen werden. Wer Gehölze eigenmächtig und ohne die Zustimmung der anderen Eigentümer entfernt, macht sich unter Umständen schadensersatzpflichtig.

Wer den Profi ran lässt, schützt die eigene Gesundheit und die der Nachbarn

Eigentlich hört sich das relativ machbar an. Dennoch: Bereits ein mittelgroßer Baum kann jeden Gartenbesitzer ganz leicht überfordern. In Wohnsiedlungen ist es heute oft schwierig, große Bäume zu entfernen. Man kann hier nicht einfach fällen, sondern muss den Baum von oben nach unten abtragen. Je nach den Gegebenheiten vor Ort, kann dies mit Hilfe der Seilklettertechnik , einer Hebebühne oder mit einem mobilen Autokran geschehen. Je größer der Baum, umso schwieriger ist die Aufgabe. Und gerade im städtischen Garten ist die Gefahr groß, dass der Baum vielleicht auf Nachbars Auto landet oder die Rosenrabatte ruiniert. Im Zweifel überlässt man daher das Fällen besser einem Profi.